Veranstaltungskalender des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr

 

Januar

 

Montag, 26. Januar, um 19 Uhr:

Forum Museum - "Zerstörung und die Macht der Erinnerung"

mit Alfred Grosser (Publizist und Soziologe), Eveline Goodman-Thau (Rabbinerin).

 

  • Eintritt: frei
  • Ort: MHM Dresden, Auditorium

 

 

Erste Veranstaltung in der Reihe "Gewalt und die Macht der Erinnerung" des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr und der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg, der Frieden am 8. Mai 1945 und der radikale Wandel der Nachkriegsordnung am 9. November 1989 gehören zu den prägendsten Zäsuren des vergangenen Jahrhunderts. All diese Ereignisse schnitten gewaltsam durch den Lauf unserer Geschichte und prägen die kollektive Erinnerung bis heute. Doch die Sichtweisen auf unsere Vergangenheit ändern sich. In einer neuen Reihe „Gewalt und die Macht der Erinnerung“ betrachten das Militärhistorische Museum und die Konrad-Adenauer-Stiftung, wie wir uns historischen Daten nähern. Wie prägen individuelle Erlebnisse unsere Erinnerung, welche Rolle spielen wissenschaftliche Erkenntnisse? Wie wurde Gewalt benutzt, um historische Erinnerungen zu beeinflussen? Am ersten Abend der Reihe werfen wir einen Blick auf den Zweiten Weltkrieg. Die noch nie dagewesene Zerstörung menschlichen Lebens und der Untergang zivilisatorischer Maßstäbe formen die gemeinsame Identität bis heute.


 

Februar

 

Montag, 2. Februar, um 19 Uhr:

Sebastian Schaar: "Wahrnehmungen des Weltkrieges - Selbstzeugnisse Königlich Sächsischer Offiziere 1914 bis 1918"

Öffentliche Buchvorstellung

Laudator: Prof. em. Reiner Pommerin, Dresden.

 

  • Eintritt: frei
  • Ort: MHM Dresden, Auditorium

Das deutsche Offizierkorps wollte und sollte das Deutsche Reich und seine Truppen im Ersten Weltkrieg zum Sieg führen. Vor diesem Hintergrund untersucht Sebastian Schaar am Beispiel von Tagebüchern, Briefen, Autobiografien und anderen Selbstzeugnissen Königlich Sächsischer Offiziere, welche Vorstellungen die Offiziere vom Kriege hatten und wie sie ihn wahrnahmen. Der Autor zeigt ihre Einstellung zu eigenen und fremden Verwundungen, zu Sexualität und Partnerschaft sowie zu Sterben und Tod. Darüber hinaus betrachtet er, wie die Offiziere untereinander, mit den Unteroffizieren und Mannschaften sowie mit den Kriegsgegnern und Bewohnern besetzter Gebiete umgingen. Die zahlreichen Quellenfunde gewähren einen tiefen Einblick in die Lebenswelten und das Selbstverständnis der Offiziere des Deutschen Kaiserreiches.


 

Donnerstag, 5. Februar, um 18 Uhr:

"Schlachthof 5" - Dresdens Zerstörung in literarischen Zeugnissen

Eröffnung der Sonderausstellung

Grußwort: Helma Orosz, Oberbürgermeisterin der Stadt Dresden

Musikalische Umrahmung: Dresdner Kreuzchor

 

  • Eintritt: frei
  • Ort: MHM Dresden, Libeskind-Keil

2015 jährt sich zum 70. Mal das Ende des Zweiten Weltkrieges - so wie die Zerstörung Dresdens durch alliierte Bomber zwischen dem 13. und 15. Februar 1945. Aus diesem Anlass dokumentiert die Ausstellung "Schlachthof 5" die Vielfalt der Perspektiven auf dieses Ereignis: mit - erstmals öffentlich gezeigten - Originalhandschriften und persönlichen Gegenständen von Kurt Vonnegut, Ida Kästner, Durs Grünbein u.a.

Durch die Bombardierung der Stadt gab es mehr als 25.000 Opfer; gleichzeitig rettete der Angriff das Leben hunderter Menschen, darunter jüdischer Herkunft, politische Gefangene und Zwangsarbeiter. Die Ausstellung thematisiert auch Dresdens Zerstörung in den Propagandaschlachten der Kriegs- und Nachkriegszeit, in Mythen und Legenden sowie den Erinnerungen der damaligen Kindergeneration, deren Trauma lange unter der Last von Kriegsschuld und Scham über die deutschen Verbrechen verborgen war.

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des Schriftstellers und Präsidenten des P.E.N. - Zentrums deutschsprachiger Autoren im Ausland Günter Kunert.


 

Montag, 9. Februar, um 19 Uhr:

"Die Verteidigung der Kindheit" - Martin Walser im Gespräch mit dem ZEIT MAGAZIN

Forum Museum Spezial in Kooperation mit dem ZEITmagazin zur Sonderausstellung "Schlachthof 5".

Moderation Christoph Amend (Chefredakteur ZEITmagazin)

 

  • Eintritt: frei
  • Ort: MHM Dresden, Auditorium

In seinem Roman „Die Verteidigung der Kindheit“ von 1991 erzählt Martin Walser das Schicksal des gebürtigen Dresdners Manfred Ranft - im Buch heißt er Alfred Dorn. Die Dresdner Bombennacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 prägte ihn als Kind. Sein Zuhause war mit allem verbrannt, was seine Kindheit dokumentieren könnte. Auch seine Großeltern verbrannten in dieser Nacht. Dieser Verlust bestimmte als traumatische Erfahrung seine ganze Existenz und Lebensplanung. Anlässlich der Sonderausstellung „Schlachthof 5 - Dresdens Zerstörung in literarischen Zeugnissen“ und zugleich in dem Jahr, in dem zum 70. Mal der Bombenangriffe auf Dresden gedacht wird, kommt Martin Walser nach Dresden. Er wird aus seinem Roman lesen, den Hellmuth Karasek „nach der ‚Deutschstunde‘ und der ‚Blechtrommel‘ als den wahrscheinlich wichtigsten Roman der Nachkriegszeit“ bezeichnete, und anschließend mit dem Chefredakteur des ZEITmagazins, Christoph Amend, diskutieren.


März

 

Montag, 2. März, 18 Uhr:

"helmets for peace" - ein grenzüberschreitendes Kunstprojekt von Batuz.

Eröffnung der Kunstinstallation

 

  • Eintritt: frei
  • Ort: MHM Dresden

2002 rief Batuz das Kunstprojekt „Helmets for Peace“ ins Leben. Menschen aus aller Welt wirkten an dem Projekt mit, auch Soldaten der Bundeswehr. Ausrangierte Bundeswehrhelme erhielten individuell gestaltete Farbflächen in leuchtendem Blau und Gelb. Damit formierten sich die Teilnehmer in der Neiße zu einem grenzüberschreitenden Kunstwerk. Aus rund 100 dieser Helme schuf Batuz die nun im Militärhistorischen Museum gezeigte, rund 4 x 8 m große Installation. Der Künstler Batuz (geb. 1933 in Ungarn) arbeitet in Südamerika, den USA und Europa. Seit über 20 Jahren ist er auch in Sachsen aktiv. Intensiv beschäftigt er sich mit dem Wechselspiel zwischen zwei Flächen und der Schnittstelle, die beide trennt und verbindet. Seinen zunächst abstrakten künstlerischen Ansatz weitete er immer mehr in den sozialen Raum aus. 1984 gründete er die „Société Imaginaire“ zur interkulturellen Kommunikation durch Kunst. Über Jahrzehnte verfolgt er Projekte, die die Überwindung von Grenzen zum Ziel haben.


 

Montag, 9. März, 19 Uhr:

"Noch immer keine Nachricht aus Dresden." Erich Kästner und der Untergang seiner Heimatstadt.

Forum Museum zur Sonderausstellung "Schlachthof 5"

Zu Gast: Durs Grünbein.

 

  • Eintritt: frei
  • Ort: MHM Dresden

Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach.

Im Februar 1945 wartete Erich Kästner verzweifelt auf ein Lebenszeichen seiner Eltern. Da der Postverkehr nicht funktionierte, erreichten ihn die Lageberichte seiner Mutter aus der zerstörten Stadt mit großer Verspätung.

Dr. Ulrich von Bülow (Deutsches Literaturarchiv Marbach) und Durs Grünbein stellen erst kürzlich gefundene und nun erstmals im MHM ausgestellte Briefe von Kästners Mutter Ida vor und diskutieren über das bereits 1997 von W. G. Sebald vehement eingeforderte Thema: Luftkrieg und Literatur. Durs Grünbein wird zudem ein neu verfasstes Gedicht lesen und zur Diskussion stellen. Mit diesem Abend gastiert erstmals die Dialogreihe „Zeitkapsel“ des Deutschen Literaturarchivs Marbach im MHM.


 

Donnerstag, 12. März, 12:30 Uhr:

Rimini Protokoll: Situation Rooms

Ein Multi Player Video - Stück von Helgard Haug, Stefan Kaegi und Daniel Wetzel. Szenografie: Dominic Huber / blendwerk - Produziert von Rimini Apparat und der Ruhrtriennale. Koproduktion: Schauspielhaus Zürich, SPIELART festival & Münchner Kammerspiele, Perth International Arts Festival, Grande Halle et Parc de la Villette Paris, HAU Hebbel am Ufer, Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt am Main, Onassis Cultural Center-Athens.

 

  • Ort: MHM Dresden, Veranstaltungshalle hinter dem Hauptgebäude

Präsentiert vom Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Kooperation mit dem Dresdner Schauspielhaus.

Mai 2011, ein Foto geht um die Welt: Es zeigt 13 Personen in einem Raum. Der Ausdruck ihrer Gesichter spricht Bände: Triumph, Faszination, Hohn, Entsetzen, Skepsis, Geschäftigkeit. Der Schnappschuss aus dem “Situation Room” im Weißen Haus dokumentiert das Ende einer Menschenjagd, die mit allen verfügbaren Waffen geführt wurde.

‘Situation Rooms’ versammelt 20 Menschen aus mehreren Kontinenten, deren Biografien von Waffen mitgeschrieben wurden, in einem Filmset, in dessen Räumen die globalisierte Welt der Sturmgewehre und Drohnen, der Regierenden und Flüchtenden nachgebaut wurde.

Mit den einzelnen Erzählungen der ‘Bewohner‘ - ob Jetpilot, Arzt, Rüstungsmanager, Opferanwalt, Pressefotograf oder Schussopfer - setzen sich auch die Bilder in Bewegung. Die Zuschauer folgen der individuellen Fährte der ausgehändigten Kameras und fangen ihrerseits an, das Gebäude zu bewohnen während sie dem folgen, was sie auf ihrem Gerät sehen und hören. Der Besucher sitzt diesem Stück nicht gegenüber, um es von außen zu beurteilen, sondern verstrickt sich selbst in ein Netz von Begebenheiten, schlüpft in die Perspektiven von Protagonisten, deren Spuren von anderen Zuschauern erfolgt werden.

‚Situation Rooms‘ ist ein vielfach preisgekröntes, multiples Simultan-Kino, dreidimensionale „Augmented Reality“ an der Schwelle von Theater, Kunstinstallation und Ausstellung.

„Ein fesselndes, faszinierend unmittelbares Theatererlebnis, das jeder Teilnehmer individuell erlebt.“ Die Welt

Tickets zu 12 Euro (ermäß. 6 Euro), Termine und weitere Informationen ab Mitte Januar unter: www.staatsschauspiel-dresden.de

Zutritt ab 16 Jahren

Rimini Protokoll:

Helgard Haug, Stefan Kaegi und Daniel Wetzel arbeiten unter dem Namen Rimini Protokoll und gehören zu den prägenden Regisseuren ihrer Generation. In ihren Arbeiten stehen zumeist „Experten des Alltags“ auf der Bühne, Menschen, die mit ihren Biografien in theatralische Zusammenhänge gebracht werden. Rimini Protokoll wurden im In- und Ausland vielfach ausgezeichnet, so erhielten sie u. a. den deutschen Theaterpreis „Der Faust“ und den Mülheimer Dramatikerpreis und wurden 2011 für ihr Gesamtwerk mit dem Silbernen Löwen der 41. Theaterbiennale von Venedig ausgezeichnet.

„Situation Rooms“ wurde 2014 zum Berliner Theatertreffen eingeladen, eine der höchsten Auszeichnungen im deutschsprachigen Theater.


 

Montag, 16. März, um 19 Uhr:

Forum Museum - "1815 - Blutfrieden"

 

  • Eintritt: frei
  • Ort: MHM Dresden, Auditorium

Bestsellerautorin Sabine Ebert liest aus ihrem neuesten historischen Roman. "1815 - Blutfrieden" ist nach "1813 - Kriegsfeuer" das zweite Buch zu den Befreiungskriegen in Europa und thematisiert u.a. die Schlacht bei Waterloo und den Wiener Kongress.

Sabine Ebert ist zurück. Am 13.März 2015 erscheint mit „Blutfrieden“ die mit Spannung erwartete Fortsetzung des Bestsellers „1813-Kriegsfeuer“. Dresden ist ein wichtiger Schauplatz des neuen Buches, und im Militärhistorischen Museum in Dresden startet ihre Lesereise. Die Völkerschlacht ist vorbei – Napoleons Grande Armée geschlagen. Leipzig liegt in Trümmern, die Bevölkerung kämpft mit Hunger, Verwüstung und Krankheiten. Doch die Gegner Napoleons wollen Paris erobern und seiner Vorherrschaft in Europa endgültig ein Ende setzen. In einer geheimen Operation soll das Korps Yorck in der Silvesternacht über den Rhein gehen. Bei minus 20 Grad und starker Strömung mit 50.000 Mann und Pferden übersetzen? Eine dramatische Aktion... Auf der Grundlage umfangreicher Recherchen und mit Unterstützung von Historikern konnte die Bestsellerautorin die Geschichte von Henriette, Maximilian und Felix um das Jahr 1813 weiterführen und verwebt dabei kunstvoll persönliche Schicksale mit dem politischen Schicksal Sachsens im 19. Jahrhundert.


 

April

 

Montag, 13. April, um 19 Uhr:

Im Gespräch mit Yadegar Asisi und Nico Hofmann: Großpanorama und TV-History-Drama: Populäre Geschichtsdarstellungen zwischen Spektakel und Bildungserlebnis

Forum Museum Spezial zur Sonderausstellung "Schlachthof 5".

 

  • Eintritt: frei
  • Ort: MHM Dresden, Auditorium

Eine „verstörende Zeitreise“ verspricht das neue Asisi- Panorama „DRESDEN 1945“. Ab Januar 2015 wird es die Stadt direkt nach ihrer Zerstörung im Februar 1945 als detailliert rekonstruiertes Ruinenfeld zeigen. Das wirft Fragen auf. Fragen nach den Chancen, aber auch möglichen Grenzen einer Dramatisierung und Emotionalisierung von Geschichte. Schon 2006 hatte es Diskussionen um den Fernseh-Zweiteiler „Dresden“ gegeben, waren seine systematische Vermarktung und der starke Akzent auf einer fiktiven Liebesgeschichte als ahistorische „Eventisierung“ kritisiert worden. Der international erfolgreiche Panorama-Künstler Yadegar Asisi und der vielfach preisgekrönte Produzent, Autor und Regisseur (u.a. von „Dresden“, „Der Turm“, „Unsere Mütter, unsere Väter“, „Bornholmer Straße“) Nico Hofmann sind zu Gast im MHM und diskutieren über populäre Darstellungsformen von Geschichte am Beispiel der Luftangriffe des 13. Februars 1945.