Juli

 

 

Donnerstag, 31. Juli:

Ausstellungseröffnung "14-Menschen-Krieg"

 

  • Beginn: 18 Uhr
  • Ort: MHM Dresden

 

„Ein Tag der Rosen im August…“ , so beginnt der Refrain eines patriotischen Schlagers aus dem Sommer 1914. Das Lied, in dem sich melancholische und trotzig-pathetische Passagen abwechseln wird zur Eröffnung der Sonderausstellung zum Ersten Weltkrieg erklingen. Wie eine Filmmusik fängt sie die Stimmung der Mobilmachungstage in „Europas letztem Sommer“ ein. Millionen Männer bestiegen damals Züge, die sie an die Fronten eines Krieges brachten, der Weihnachten beendet sein sollte. Hunderttausende und schließlich Millionen würden bis 1918 fallen, verwundet oder wahnsinnig werden. Ein Güterwaggon G 10 wird ein Schlüsselexponat der Ausstellung „14-Menschen-Krieg“ sein. Er symbolisiert den Beginn einer Epoche, in der sich die Mittelmächte und deren Gegner als vermeintliche Verteidiger von „Kultur“ und „Civilisation“ vier Jahre lang barbarisch bekämpften. Waggons wie dieser beförderten Truppen und Verwundete, sie transportierten Flüchtlinge und Vertriebene und schließlich – in der zweiten Hälfte des bis 1945 dauernden Zeitalters, dienten sie der Deportation von Menschen in Vernichtungslager, darunter solche, die 1914 als deutsche Soldaten in den Kampf gezogen waren.

Menschen, die den ersten der beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts erlebten und erlitten und viele, die auch in den zweiten gerissen wurden, treten den Besucher in der Ausstellung entgegen, die Motive aus dem Doku-Drama „14 – Tagebücher des Ersten Weltkriegs“ von arte und ARD übernimmt: Ernst Jünger und Käthe Kollwitz, Kinder wie Yves Congar und Elfriede Kuhr, die freiwillige Krankenschwester Sarah Mac Naughtan oder der desillusionierte „Poilu“ Louis Barthas.

Die Ausstellung wird Schlaglichter auf die Heimatfront und das Inferno der Materialschlachten werfen. Besucher werden im größten Exponat, einer mit Originalteilen rekonstruierten Sektion einer deutschen Stellung an der oberelsässischen Front erfühlen können, was den für die Westfront kennzeichnenden Grabenkrieg ausmachte: Beklemmende Enge und die Gegenwart des Todes. 21 Soldaten des thüringischen Reserve-Infanterie-Regiments Nr. 94 fanden in diesem „Kilianstollen“ im März 1918 den Tod. Ihre Erkennungsmarken, ihre Waffen, persönlichen Gegenstände und die Einrichtung ihres Unterstandes wurden von Mitarbeitern des französischen Amtes für Archäologie für Ober- und Niederrhein geborgen und dem Militärhistorischen Museum für die Ausstellung zur Verfügung gestellt.

100 Jahre nachdem im Deutschen Reich der Zustand drohender Kriegsgefahr verkündet wurde, wird eine Ausstellung eröffnen, die in Kooperation mit französischen, belgischen, deutschen und österreichischen Partnern zustande kam.