Oktober

 

Samstag, 11. Oktober, 10:00 Uhr - 17:00 Uhr

Panzer pauken - Panzerausbildung im Kalten Krieg

Tag der offenen Albertstadt 2014 am MHM

Foto: Schweres Gerät beim Tag der offenen Albertstadt (© MHM / Liebscher).

Das Militärhistorische Museum der Bundeswehr ist angetreten, den Horizont musealer Militärgeschichte zu erweitern und aus verschiedenen Perspektiven auf Themen und Exponate zu schauen. Dass gerade über militärisches Großgerät mehr gesagt werden kann - und muss - als Angaben zu Kalibergrößen und Schussweiten, zeigen wir auch 2014 wieder am Tag der offenen Albertstadt. In diesem Jahr werden zwei Fahrschulpanzer aus dem Kalten Krieg in Bewegung zu erleben sein. Ihre kommentierte Präsentation wird verdeutlichen, dass Menschen entscheidend waren und sind, wenn es um den Einsatz von Panzern geht.

Höhepunkt: Fahrschulpanzer des Kalten Krieges in Bewegung: Leopard 1 und FAP 500U.

Auch zu diesen Panzertypen werden unsere Besucher wieder nicht nur Wissenswertes über Technik und Einsatz erfahren. Jens Wehner, Sachgebietsleiter am MHM, wird in seinem kommentierenden Vortrag auch kulturelle Perspektiven behandeln. Wie sah die Ausbildung der Soldaten in einem solchen Panzer aus? Was kann uns ein solches technisches Gerät über die Geschichte des Kalten Krieges verraten, dessen konventionelle Strategien in Ost und West auf massenhaften Panzerarmeen gründeten?

Dazu werden Panzer präsentiert, für deren Fahrbetrieb auf den gezeigten Fahrschulpanzern ausgebildet wurde: Mittlerer Panzer T 54 (NVA), Kampfpanzer Leopard 1 A1A4 und Flakpanzer Gepard 1 A2 (Bundeswehr). Außerdem ist ein Schützenpanzer-Lehrturm BMP 1 zu besichtigen, wie er in der Ausbildung der NVA für Schützenpanzer-Kommandanten und –Richtschützen eingesetzt wurde. Viele ehemalige Panzerschüler werden sich sowohl an die Fahrschulpanzer als auch an den Lehrturm erinnern.

Ein Spezial-LKW der NVA [LKW LO 2002A RKE (Rundfunk-Kino-Einrichtung) 75] mit Kino-Anhänger verdeutlicht den Einsatz von Lehr- und Ausbildungsfilmen in der militärischen Ausbildung. Hier werden Ausschnitte historischer Lehrfilme zu sehen sein.

Exklusiv nur an diesem Tag öffnet mit dem westlichen Teil der Halle hinter unserem Hauptgebäude ein selten zu sehender Teil unseres Großtechnik-Depots mit Geschützen und militärischen Fahrzeugen.

Erstmals erlebbar ist zum Tag der offenen Albertstadt 2014 unsere neue Spezialführung zu Militärtechnik in der Dauerausstellung. Unter dem Titel „Feuerkraft, Mobilität und Asymmetrie“ werden ausgesuchte Technikobjekte unserer Dauerausstellung fachkundig erläutert. Treffpunkt ist im Foyer des Hauptgebäudes.

Ergänzend dokumentieren weitere Sonderpräsentationen abgeschlossene militärtechnische Restaurierungsprojekte. Überblicksführungen durch unsere Dauerausstellung und die aktuellen Sonderausstellungen runden das Programm ab.

weitere Höhepunkte des Programms:

11.00 / 13.00 / 15.00 Uhr

Außengelände hinter dem Hauptgebäude

Panzerausbildung im Kalten Krieg

Die Fahrschulpanzer Leopard 1 (Bundeswehr) und FAP500U (NVA) in Bewegung.

Begleitender Vortrag: Jens Wehner (Sachgebietsleiter am MHM).

Dazu als >Static Displays<: : Mittlerer Panzer T 54 (NVA), Kampfpanzer Leopard 1 A1A4 und Flakpanzer Gepard 1 A2 (Bundeswehr), Schützenpanzer-Lehrturm BMP 1, LKW LO 2002A RKE (Rundfunk-Kino-Einrichtung) 75] mit Kino-Anhänger, Bergepanzer T34 T.

12.00 / 14.00 / 16.00 Uhr

Feuerkraft, Mobilität und Asymmetrie – Spezialführung zu Militärtechnik in der Dauerausstellung

Treffpunkt: Foyer Hauptgebäude

10.00 – 17.00 Uhr

Westlicher Teil Halle 28 / hinter dem Hauptgebäude

Das Depot öffnet seine Türen: Geschütze und militärische Fahrzeuge.

10:00 – 17:00 Uhr

Werkzeughalle im Depotgebäude westlich / links vom Hauptgebäude

Der LKW W 50

Präsentation eines Langzeit-Rekonstruktionsprojektes, mit Filmaufnahmen.

Arbeitsgruppe Militärtechnik im Förderverein des MHM.

10:00 – 17:00 Uhr

Freifläche hinter dem Küstenschnellboot westlich / links vom Hauptgebäude

Selbstfahrende Startrampe (SSR) Typ „Rubesh“.

Technikpräsentation mit Filmaufnahmen.

Arbeitsgruppe „Rubesh“ im Förderverein des MHM.

10.00 - 18.00 Uhr

Dauerausstellung Hauptgebäude

Freier Eintritt und regelmäßige Führungen zu allen Ausstellungen:

  • Die Dauerausstellung zur „Kulturgeschichte der Gewalt“ präsentiert sich in der spektakulären Architektur Daniel Libeskinds.
  • Sonderausstellung „14 – Menschen – Krieg“ mit dem Kilianstollen, einer begehbaren, mit Originalteilen rekonstruierten und mit archäologischen Funden ausgestatteten.   deutschen Grabenstellung aus dem Ersten Weltkrieg (Hauptgebäude EG und Halle 28 Ostseite).
  • Sonderausstellung „Attentat auf Hitler - Stauffenberg und mehr“ (Hauptgebäude OG 1).

 


Sonntag, 12. Oktober, um 17:00 Uhr:

Direktoren-Führung zum Ersten Weltkrieg

mit Oberst Prof. Dr. Matthias Rogg.

Foto: Oberst Prof. Dr. Matthias Rogg (© MHM)


Sonntag, 12. Oktober, um 19:00 Uhr:

Friede Anno 48

Sonderkonzert im Rahmen des Heinrich-Schütz-Musikfestes mit Werken von Maurice Ravel, Karl Amadeus Hartmann und Heinrich Schütz.

 

  • Ort: MHM Dresden, Libeskind-Keil im Erdgeschoss

Foto: Miao Huang (© SV_Höpcker).

Nicht wenige Künstler der 1930er-Jahre begriffen die Verheerungen des 17. Jahrhunderts als Spiegel ihrer eigenen Zeit. Karl Amadeus Hartmann schuf mit seiner Kantate "Friede anno 48" nach Versen von Andreas Gryphius eine aufwühlende Anti-Kriegsmusik. Und er lässt eine Sehnsucht aufscheinen, die auch Schütz‘ "Beitrag zum Friedensjahr 1648“, seine Geistliche Chor-Music, durchzieht. Zwischen diesen außergewöhnlichen Nachklängen zweier Kriege erklingt Maurice Ravels ergreifendes Klavierwerk "Le tombeau de Couperin": In den Jahren 1914 bis 1917 schuf er, wie ein Chronist des Todes, sechs Sätze, die sechs im Ersten Weltkrieg gefallenen Kameraden und Freunden gewidmet sind.

Im Anschluss an das Konzert besteht die Gelegenheit, mit Musikern des Konzerts und Mitarbeitern des MHM ins Gespräch zu kommen.

Eintrittskarten im Museumsshop und über www.schuetz-musikfest.de.


 


Montag, 13. Oktober, um 19:00 Uhr:

Krieg vs. Frieden

3. Themen-Poetry-Slam im Militärhistorischen Museum

Moderation: Thomas Jurisch, Dresden.

 

  • Eintritt: frei
  • Ort: MHM Dresden, Erdgeschoss, Libeskind-Keil

Foto: Zum 3. Mal im MHM: Der Poetry-Slam (© MHM/ Meier).

Die Erfolgsgeschichte des einzigartigen Themen-Poetryslams „Krieg vs. Frieden“ geht weiter. Thomas Jurisch, bekannt vom POETENGEFLÜSTER, lädt zu einer Neuauflage in das Militärhistorische Museum ein. Wieder werden sechs der besten Dichterwettkämpferinnen und Wettkämpfer aus ganz Deutschland antreten, um entweder für den Krieg oder für den Frieden die Stimmen zu erheben. Und wieder wird sich am Ende das Publikum entscheiden müssen.

Hinweis: Dauerausstellung ist am Montag, 13. Oktober, bis 18 Uhr geöffnet.


 

November

 

Montag, 3. November, um 19:00 Uhr:

Tolkien und der Erste Weltkrieg

Vortrag und Diskussion, von John Garth.

 

  • Eintritt: frei
  • Ort: MHM Dresden, Auditorium

Foto: Tolkien und der Erste Weltkrieg (© ddpimages).

Tolkiens weltberühmte Romane “Der Hobbit” und der “Der Herr der Ringe“ werden gemeinhin als eskapistische Abenteuerromane verstanden, die von den Problemen des realen Lebens ablenken sollen. John Garth, britischer Literaturwissenschaftler, zeigt in seiner gefeierten Biografie „Tolkien und der Erste Weltkrieg“, wie dieser Mittelerde aus dem Erlebnis des Ersten Weltkrieges geschaffen hat. Garth zeigt, wie Tolkiens schreckliche Erfahrungen in den Schützengräben Drachen und Ringgeister, Totensümpfe, Mordor und auch die Hobbits entstehen ließen. Er enthüllt die wahre Geschichte hinter einer der größten Fantasien der Moderne.

Die Veranstaltung wird simultan ins Deutsche übersetzt.

 


 

Dezember

 

Montag, 1. Dezember, um 19:00 Uhr:

Avi Primor liest: „Süß und ehrenvoll“ – Ein Roman über zwei jüdische Soldaten im Ersten Weltkrieg

Lesung und Diskussion mit Avi Primor, ehem. Botschafter Israels in Deutschland

 

  • Eintritt: frei
  • Ort: MHM Dresden, Auditorium

Foto: Avi Primor (© dpa)

Frankfurt am Main, 1914. Bürgersohn Ludwig kann nach Kriegsausbruch seine Einberufung kaum erwarten, obwohl der Dienst an der Front die Trennung von seiner geliebten Karoline bedeutet. Als deutscher Soldat fühlt er sich endlich voll akzeptiert und will sich für sein Vaterland auszeichnen. Bordeaux, ebenfalls 1914. Der Bäckerssohn Louis wird mit der deutschen Kriegserklärung aus einer unbeschwerten Rekrutenzeit gerissen. Trotz aller Ängste schreibt er stolz seinem Vater, an der Front könne er dem französischen Volk endlich zurückzahlen, was es für ihn getan habe. - Inmitten der Grauen des Ersten Weltkriegs werden die beiden jüdischen Protagonisten einander zum Schicksal werden. Auf der Grundlage zahlreicher historischer Dokumente hat Avi Primor einen Roman geschrieben, der unter die Haut geht - über die erste Liebe, über die Absurdität des Krieges, über die Suche nach Zugehörigkeit. Eine ergreifende, große Geschichte, wie sie in Deutschland noch niemand zu schreiben gewagt hat.