Veranstaltungskalender des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr

 

Mai

 

Mittwoch, 11. Mai, 19 Uhr:

Forum Museum in Kooperation mit der TU Dresden

„Jüdisches Leben in Deutschland“ - Hermann Simon (Historiker, Autor)

  • Ort: MHM Dresden
  • Eintritt frei

Wie hat sich das jüdische Leben im Nachkriegsdeutschland entwickelt? Wie gestaltet es sich heute und welche zukünftigen Entwicklungen zeichnen sich bereits ab? Als Gründungsdirektor der Stiftung Neue Synagoge Berlin hat Hermann Simon die jüdische Kultur in Deutschland über Jahrzehnte entscheidend geprägt und mitgestaltet. Die Stiftung wurde 1988 noch in der DDR gegründet und hatte das Ziel, die Ruine der Neuen Synagoge in der Oranienburger Straße zu restaurieren und teilweise wieder aufzubauen, um sie dann – im mittlerweile vereinten Deutschland – mit neuem jüdischen Leben zu erfüllen. Heute beheimatet die Neue Synagoge Berlin mit dem Centrum Judaicum einen Ort für Ausstellungen und Veranstaltungen, der zu einem wichtigen Impulsgeber für jüdische Kultur in Berlin und Deutschland geworden ist. Vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen wird diese besondere Institution zu einem ebenso mahnenden wie inspirierenden Beispiel für das kulturelle Zusammenleben in Deutschland.

Dr. Hermann Simon, geboren 1949 in Berlin, studierte Geschichte und Orientalistik an der Humboldt-Universität zu Berlin, gefolgt von einem Graduiertenstudium in Prag. Anschließend arbeitete er im Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin. 1988 war er an der Konzeption einer Ausstellung über jüdisches Leben beteiligt, die im Ostberliner Ephraim-Palais gezeigt wurde. Im selben Jahr wurde die Stiftung „Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum“ gegründet, deren Direktor er wurde. Dieses Amt bekleidete er 27 Jahre lang. In zahlreichen Publikationen beschäftigte er sich mit der Geschichte der Juden in Deutschland. Er ist unter anderem Herausgeber der Reihen „Jüdische Miniaturen“, „Jüdische Memoiren“ und der Schriftenreihe des Centrum Judaicum. 2014 veröffentlichte er gemeinsam mit Irene Stratenwerth unter dem Titel „Untergetaucht. Eine junge Frau überlebt in Berlin 1940–1945“ die Memoiren seiner Mutter, die die Zeit des Nationalsozialismus im Berliner Untergrund überlebt hatte.

Im Rahmen der Ringvorlesung "Politik und Kultur in Zeiten der Ungewissheit"


Montag, 30. Mai, 19 Uhr:

Forum Museum zur Sonderausstellung "Achtung Spione!"

Der größte Verratsfall in der Geschichte des BND: Heinz Felfe (1918-2008), ehemaliger BND-Mitarbeiter und KGB-Spion aus Dresden.

Zu Gast: Dr. Bodo Hechelhammer, Leiter der Forschungs- und Arbeitsgruppe Geschichte des BND.

Foto: Heinz Felfe. ©ullstein

  • Ort: MHM Dresden
  • Eintritt frei

Im November 1961 wurde der BND-Mitarbeiter Heinz Felfe als sowjetischer Spion verhaftet. Zehn Jahre lang war der frühere Kriminalkommissar und ehemalige SS-Obersturmführer für den BND und dessen Vorgängerorganisation, die »Organisation Gehlen«, tätig gewesen, zuletzt in leitender Funktion im Bereich der Gegenspionage/Sowjetunion. Doch zehn Jahre lang spionierte Felfe zusammen mit seinem ehemaligen SD-Kameraden und BND-Kollegen Hans Clemens für den sowjetischen Geheimdienst. 1963 wurde er wegen Landesverrat zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt, 1969 jedoch gegen westliche Agenten ausgetauscht. Er siedelte in die DDR über und erhielt 1973 eine Professur für Kriminalistik in Ost-Berlin. Noch 2008 gratulierte ihm, dem ehemaligen "Kundschafter des Friedens", der russische Geheimdienst zu seinem 90. Geburtstag.

Der Historiker Dr. Bodo Hechelhammer, Leiter der Forschungs- und Arbeitsgruppe Geschichte des BND, schildert das packende Leben des Dresdners Heinz Felfe, der bis heute als der größte Verratsfall im BND betrachtet wird.


Juni

 

Montag, 6. Juni, 19 Uhr:

Forum Museum: Vor 75 Jahren: Barbarossa – Die vergessenen Panzerschlachten

Vortrag von Jens Wehner, Historiker und Kurator am MHM

  • Ort: MHM Dresden
  • Eintritt frei

Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion am 22.Juni 1941 mündete in einen Vernichtungskrieg, dem Millionen osteuropäischer Zivilisten zum Opfer fielen. Der deutsch-sowjetische Krieg war der größte militärische Konflikt der Menschheitsgeschichte. Mindestens 15 Millionen Soldaten aller beteiligten Staaten starben bis 1945.

Am Anfang stand der deutsche Angriffsplan „Barbarossa“, mit dem die Sowjetunion binnen weniger Wochen überrannt werden sollte. Anfangs erlitt die Rote Armee auch tatsächlich schwerste Niederlagen mit Verlusten in zuvor nicht gekannten Größenordnungen. Die Wehrmacht rückte schnell vor. Doch was in vielen historischen Darstellungen als Vorzeichen eines sicheren deutschen Sieges erscheint, war in Wirklichkeit bereits der erste Schritt zur Niederlage der Wehrmacht. Hierbei spielten riesige Panzerschlachten eine wichtige Rolle, die heute in der breiten Öffentlichkeit längst vergessen sind, obwohl sie ein Schlüssel zum Verständnis des deutschen Ostkrieges sind.