Leitgedanken

Multiperspektivisch, kritisch modern und auf der Höhe der Forschung – so möchten wir Militärgeschichte begreifen und erzählen. Wir verstehen unser Museum nicht primär als technikgeschichtliches, sondern als modernes kulturhistorisches Museum. Es soll über unsere Geschichte informieren, zu Fragen anregen und verschiedene Antworten anbieten. Ein Museum, das ohne Pathos eine kritische Auseinandersetzung anstrebt und zum Denken anregt.

Inhaltliche Neuausrichtung

Das Museum stellt, analog zum Ziel allgemeiner Geschichtswissenschaft, den Menschen ins Zentrum seiner Dauerausstellung. Der Mensch mit all seinen Ängsten, Hoffnungen, Leidenschaften, Erinnerungen, Trieben, mit seinem Mut, seiner Vernunft und Aggressionsbereitschaft. Krieg ist nur verständlich, wenn seine Darstellung die Natur des Menschen zur Grundlage nimmt. Das Museum zeigt Bausteine einer Kulturgeschichte der Gewalt, deren Wesen und Ursache alle Ausstellungsbereich aber auch die bauliche Konzeption durchdringt. Das Militär wird im Sinne eines modernen militärhistorischen Ansatzes nicht nur als Institution, sondern als Faktor wirtschaftlichen, gesellschaftlichen,kulturellen und gesamtöffentlichen Lebens verstanden.

Räumliche Neuausrichtung

Die Gesamtkonzeption von Architektur und neuer Dauerausstellung steht für das Nebeneinander von klassischen und neuartigen Sichtweisen und Ausdrucksformen. Tradition und Innovation – alte und neue Interpretationen von Militärgeschichte – bilden die Eckpunkte der Konzeption. Das MHM bietet zwei Zugänge zur Militärgeschichte, die sich architektonisch und durch die Ausstellungsgestaltung unterscheiden: thematische Querschnitte im Neubau und chronologischer Rundgang im sanierten Altbau.

Themenparcours

Im Neubau werden Ausstellungsstücke nach übergeordneten Themen in größere Sinn-, Erfahrungs- und Funktionszusammenhänge gestellt. Dieser Museumsteil ist der Zusammenschau und der Vergleichbarkeit von ähnlichen, gleichen und verwandten Phänomenen, Prozessen und Erinnerungen gewidmet, die nicht nur einer Epoche zuzuordnen sind. Die Ausstellungsgestaltung schafft eine kritische Distanz zu den Exponaten  und wirkt so der Faszination entgegen, die mit einer klassischen militärtechnischen Ausstellung bei vielen Besuchern hervorgerufen wird.

Chronologie

Vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart führt dieser Ausstellungsteil durch die Zeitgeschichte. Das Verhältnis von Militär und Gesellschaft in Deutschland wird vor dem Hintergrund der allgemeinen Geschichte dargestellt. Übergreifende Leitfragen durchziehen die Chronologie und ermöglichen einen neuen Blick auf alte Gegenstände und Themen. Durch ein dreiteilig abgestuftes Raumsystem wird auf den unterschiedlichen Wissens- und Erfahrungsstand der Besucher eingegangen. Der Außenparcours bietet einen allgemeinen Einblick in das Charakteristische der jeweiligen Epochen. Auf zwei Vertiefungsebenen kann der Besucher jedoch tiefer einsteigen, sich Details erschließen und sich mit speziellen Themen des jeweiligen Zeitraums intensiver auseinandersetzen.