Begleitprogramm zur Sonderausstellung "Achtung Spione! Geheimdienste in Deutschland von 1945 - 1956."

 

März

 

Donnerstag, 17. März, 18 Uhr:

Eröffnung Sonderausstellung: ACHTUNG SPIONE! Geheimdienste in Deutschland von 1945 bis 1956

Festrede: Prof. Dr. Sönke Neitzel, Historiker/Potsdam

Musik: Cineastische Spionagesounds mit "The Secret Ensemble”, Dresden

  • Ort: MHM Dresden
  • Eintritt frei

Während die USA und die Sowjetunion im Kalten Krieg um die politische und wirtschaftliche Vormachtstellung in der Welt rangen, kämpften in Deutschland zahlreiche Agenten und Spione an einer unsichtbaren Front um jeden Informationsvorsprung. Die neue Sonderausstellung des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr blickt zurück auf die Gründungsphase deutscher Geheimdienste. Sie präsentiert mehr als 600 Objekte und Dokumente aus dem Archiv und den streng bewachten Depots des BND sowie aus privaten Nachlässen, von denen viele erstmals öffentlich zu sehen sind.

Die Besucher erhalten Einblicke in das Leben und Handeln der bekanntesten Persönlichkeiten deutscher Spionagegeschichte im beginnenden Kalten Krieg. Ein Schwerpunkt der Spionagetätigkeit war das Aufklären moderner Waffensysteme der Gegenseite. Sie fand zu einem erheblichen Teil auf deutschem Territorium statt. Panzer und Flugmittel, darunter ein Kampfpanzer Josef Stalin III, ein US-Spionageballon sowie eine Mk/B53 Wasserstoffbombe, die stärkste im US-amerikanischen Kernwaffenarsenal, sind Teil der Ausstellung.


Dienstag, 22. März, 19 Uhr:

Forum Museum: Podiumsdiskussion zur Ausstellung "ACHTUNG SPIONE! Geheimdienste in Deutschland von 1945 bis 1956".

Teilnehmer: Geheimdienstfachmann Erich Schmidt-Eenboom, Dr. Bodo Hechelhammer (Leitender Historiker des BND), Dr. Magnus Pahl (Kurator der Sonderausstellung am MHM) und Prof. Dr. Rolf-Dieter Müller (Unabhängige Historikerkommission zur Erforschung der Geschichte des BND).

Moderation: Moderation: Stefan Nölke, Redaktionsleiter Radio/MDR FIGARO

  • Ort: MHM Dresden
  • Eintritt frei

Foto: Maschinenpistole (Modell MP-40) von Reinhard Gehlen, Deutsches Reich, 1940–1945, MHM/David Brandt.

Hervorgegangen aus der unter amerikanischer Kontrolle stehenden sogenannten "Organisation Gehlen", deren Personal überwiegend aus der ehemaligen Deutschen Wehrmacht stammt, wurde vor 60 Jahren der Bundesnachrichtendienst gegründet. Wer gegenwärtige Diskussionen um deutsch-amerikanische Geheimdienst-Allianzen und -Skandale besser verstehen möchte, muss zurückgehen in die Gründungsphase des BND zur Zeit des beginnenden Kalten Krieges. In einer Podiumsdiskussion anlässlich der Sonderausstellung "Achtung Spione! Geheimdienste in Deutschland von 1945 bis 1956" im Militärhistorischen Museum Dresden werden aktuelle Forschungsergebnisse zu Entstehungsgeschichte, Operationen und Methoden des Bundesnachrichtendienstes und seiner Vorläuferorganisation vorgestellt und diskutiert.

MDR-Figaro wird die Diskussion an diesem Abend aufzeichnen und später eine gekürzte Fassung senden.


April

 

Montag, 4. April, 19 Uhr:

Buchvorstellung zur Sonderausstellung "Achtung Spione!"

Und die Menschen verändern sich - Briefe an Markus Wolf 1934 - 2006.

Zu Gast: Dr. Jens Ebert, Germanist und Historiker, im Gespräch mit Paul Werner Wagner, Vorsitzender der Friedrich-Wolf-Gesellschaft.

  • Ort: MHM Dresden
  • Eintritt frei

Bild: Markus Wolf, Foto: Claudia Wall.

Markus Wolf - sein Name ist Legende und Lektion. Die Legende betrifft einen der erfolgreichsten Akteure der Auslandsaufklärung in Zeiten des Kalten Krieges, und die Lektion, die sein Leben bietet, erzählt von der Härte und Heftigkeit, mit der das 20. Jahrhundert Biografien formte und auf unerwartete Wege lenkte. Markus Wolf (1923 - 2006) erhielt zahllose Briefe. Aus aller Welt. Von Verwandten, Freunden, Mitstreitern, Lesern, Gegnern, respektvollen wie kritischen Beobachtern aller Generationen. 10 Jahre nach seinem Tod gibt der neu erschienene Sammelband einen spannenden Einblick in die Vielfalt dieser Korrespondenz.


Montag, 11. April, 19 Uhr:

Forum Museum zur Sonderausstellung "Achtung Spione!"

Nicht nur Gänseblümchen und Honigfallen. Frauen in deutschen Geheimdiensten in den ersten Jahren des Kalten Krieges.

Zu Gast: Dr. Susanne Meinl, Historikerin.

  • Ort: MHM Dresden
  • Eintritt frei

Bild: Elli Barczatis, Foto aus dem Artikel "Mord auf Widerruf", Stern, 7.4.1956 .

Das lockende Verderben, lauernd hinter einem Spinnennetz ‒ so stellte sich ein Graphiker Frauen im Geheimdienst vor, als er das Cover für das gleichnamige Buch eines BND-Mitarbeiters entwarf. Klischees wie diese waren damals wie heute weit verbreitet. Wer denkt bei Frauen im Geheimdienst nicht zuerst an die exotische Mata Hari oder die langbeinigen Gespielinnen der James Bond-Filme?

Die Realität war anders. Natürlich gab es auch die "Honigfallen", die ihren Körper zur Informationsgewinnung einsetzten. Genauso wichtig waren aber die Sekretärinnen, die die Alltagsarbeit in den Diensten in Ost und West erledigten. Wie wichtig, zeigt das Beispiel von Elli Barczatis („Gänseblümchen“), Sekretärin von Otto Grotewohl, die für den Westen spionierte. Susanne Meinl erzählt ihre Geschichte und die anderer Frauen in den deutschen Diensten.


Freitag, 15. April - Sonntag, 17. April, jeweils 10 - 18 Uhr:

Internationale Tagung zur Sonderausstellung "Achtung Spione!"

22nd Conference of the International Intelligence History Association (IIHA) on „Military Intelligence“. Programm unter: www.intelligence-history.org

IIHA and MHM Dresden are delighted to invite to the 22th IIHA Conference on „Military Intelligence“ on April 15-17, 2016. The conference will provide a wide range of highly interesting papers, presented by international academics, scholars and former professionals from Germany, France, Great Britain, Israel , the USA and many other countries. The event aims to explore historical aspects and future development and trends in the field of Military Intelligence. The conference is open to the public, a prior registration is required. For further information on program, fee etc. please check the association’s website at www.intelligence-history.org


Mai

 

Montag, 2. Mai, 19 Uhr:

Forum Museum: "Die Austreibung des Armenischen Volkes in die Wüste"

Szenische Lesung von Armin T. Wegners historischem Lichtbilder-Vortrag mit dem Schauspieler Ulrich Noethen und Projektion mit Laterna Magica

  • Ort: MHM Dresden
  • Eintritt frei

Am 24. April 2015 jährte sich der Beginn des Genozids an den Armeniern zum 100. Mal. Die Vertreibungen und Massaker am armenischen Volk dauerten bis weit ins Jahr 1917 an. Die Veranstaltung gedenkt des Völkermords auf dem Wege des künstlerischen Re-Enactments: Der Lichtbilder-Vortrag "Die Austreibung des armenischen Volkes in die Wüste", den der Schriftsteller und Sanitäter Armin T. Wegner erstmals am 19. März 1919 in der Berliner Urania hielt, wird in einer gekürzten Fassung mit Laterna Magica-Projektion rekonstruiert.

Für die Lesung konnte der Schauspieler Ulrich Noethen gewonnen werden, Karin Bienek steht an der Laterna Magica. Einführungen zum historischen Kontext und zu Armin Wegner flankieren den Vortrag.

Eine Produktion des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr und des Filmmuseums Potsdam.


Montag, 30. Mai, 19 Uhr:

Forum Museum zur Sonderausstellung "Achtung Spione!"

Der größte Verratsfall in der Geschichte des BND: Heinz Felfe (1918-2008), ehemaliger BND-Mitarbeiter und KGB-Spion aus Dresden.

Zu Gast: Dr. Bodo Hechelhammer, Leiter der Forschungs- und Arbeitsgruppe Geschichte des BND.

  • Ort: MHM Dresden
  • Eintritt frei

Im November 1961 wurde der BND-Mitarbeiter Heinz Felfe als sowjetischer Spion verhaftet. Zehn Jahre lang war der frühere Kriminalkommissar und ehemalige SS-Obersturmführer für den BND und dessen Vorgängerorganisation, die »Organisation Gehlen«, tätig gewesen, zuletzt in leitender Funktion im Bereich der Gegenspionage/Sowjetunion. Doch zehn Jahre lang spionierte Felfe zusammen mit seinem ehemaligen SD-Kameraden und BND-Kollegen Hans Clemens für den sowjetischen Geheimdienst. 1963 wurde er wegen Landesverrat zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt, 1969 jedoch gegen westliche Agenten ausgetauscht. Er siedelte in die DDR über und erhielt 1973 eine Professur für Kriminalistik in Ost-Berlin. Noch 2008 gratulierte ihm, dem ehemaligen "Kundschafter des Friedens", der russische Geheimdienst zu seinem 90. Geburtstag.

Der Historiker Dr. Bodo Hechelhammer, Leiter der Forschungs- und Arbeitsgruppe Geschichte des BND, schildert das packende Leben des Dresdners Heinz Felfe, der bis heute als der größte Verratsfall im BND betrachtet wird.