Gender, Sex und Uniform

30. Juni 2018, 18 - 01 Uhr

Zur Museumsnacht am Militärhistorischen Museum der Bundeswehr gibt es ein bunt gemischtes Programm aus Sonderführungen zur Dauer- und zur Sonderausstellung „Gewalt und Geschlecht“, einem dokumentarischen Late-Night-Movie zu den berüchtigten Stalagheftchen in Israel, einer „Sprechstunde“ für historische Uniformfotos uvm.

Kurzführungen durch die Sonderausstellung „Gewalt und Geschlecht. Männlicher Krieg - Weiblicher Frieden?“
18.00, 19.00, 20.00, 21.00 Uhr
Treffpunkt: Foyer im Erdgeschoss


Kurzführungen durch die Dauerausstellung: Kulturgeschichte der Gewalt
18.30. 19.30, 20.30, 21.30, 22.30, 23.30 Uhr
Treffpunkt: Foyer im Erdgeschoss



FAMILIENPROGRAMM

14.00 - 20.00 Uhr
MITMACHAKTION

„Bau dein Ausstellungsstück aus fischerTiPs“
im 1. Obergeschoss, Bereich 1945 bis heute, für Menschen ab 3 Jahren
Im Museum warten leere Podeste auf die selbstgebauten Ausstellungsstücke kleiner und großer Besucherinnen und Besucher. Baut aus fischer TiPs, was ihr gern im Museum sehen wollt und stellt es zur Museumssommernacht aus.

14.00 - 20.00 Uhr
MUSEUMSRALLYE

„Auf dem Sprung mit FLOHrian. Entdecke mein Museum!“
im Foyer, für Menschen ab 4 Jahren
Museumsfloh FLOHrian lädt ein, mit ihm zu spannenden Stellen in der ständigen Ausstellung zu hüpfen. Kommt auf einen Sprung vorbei!

18.30 - 22.00 Uhr
WORKSHOP
„Stoff auf dem Kopf“
im 1. Obergeschoss, Bereich 1945 bis heute, für Menschen ab 6 Jahren
Kurzführungen um 19.00 Uhr und 21.00 Uhr, Treffpunkt 1. Obergeschoss, Bereich 1945 bis heute

Soldatin oder Krankenpfleger? Reinigungskraft oder Herrscherin? Muslima oder Christ? Mit unserer Kleidung zeigen wir, wer wir sind und woran wir glauben. Uniformen wirken verbindend aber auch abgrenzend. Wie fühlt es sich an, einen Turban, ein Tichel, ein Hijab, eine Kufiya oder alles zusammen auf dem Kopf zu haben?Die Münchner Künstlergemeinschaft o o fabric lädt ein, verschiedenste Kopfbedeckungen auszuprobieren und einen neuen Blick auf militärische Kopfbedeckungen in unseren Ausstellungen zu werfen.



NACHTPROGRAMM

19.00 Uhr:
Sonderführung "Privatfotografie im Zweiten Weltkrieg"



20.00 Uhr:
Sonderführung „Targeted Interventions“
Im Rahmen der Ausstellung „Gewalt und Geschlecht“ hinterfragen die Kunstinstallationen von „Targeted Interventions“ bereits im Außengelände des Mu­seums den Ort nach seinen kulturhistorischen und geschlechtlichen Zuschreibungen. Für gewöhnlich ist auf dem Gelände technisches Gerät installiert, aber nun haben künstlerische Flugkörper und hu­manoide Raketenobjekte das Außengelände erobert. Zur Museumsnacht sind die KünstlerIn Birgit Dieker und Via Lewandowsky anwesend.



18.00 -22.00 Uhr:
„Fotosprechstunde“: Der militärische Dresscode unserer Ahnen
Wo: Im Foyer
Welchen Dienstgrad hatte der Großvater? Wo hat er gedient? Welche Funktion hatte er inne? Farbgebung, Abzeichen und spezifische Ausrüstung von Uniformen können Antworten auf die Frage geben, was der militärische Dresscode bedeutet, in dem die Urgroßväter auf alten Fotos abgelichtet sind. Zur „Fotosprechstunde“ haben Sie die Gelegenheit, die Uniform Ihrer Ahnen entziffern zu lassen. Bringen Sie Ihre Fotos mit und Uniform- und Ordensexperte Dr. Bernhard Wenning klärt darüber auf, wer sich in dem militärischen Dresscode verbirgt.


WERKSTATTBERICHT: Spurensuche und Erhaltungsarbeit
Die Restaurierung gibt Einblicke in aktuelle Projekte
Foyer Erdgeschoss

Ein Highlight der Präsentation im Foyer des Haupthauses ist ein in den letzten Tagen restaurierter Halbharnisch aus dem 16. Jahrhundert. Weiterhin bildet ein sehr seltenes tschechisches Maschinengewehr vom Typ ZB-60 das zweite Leitexponat der kleinen Ausstellung. In Kooperation mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und der HTW-Berlin Studiengang Restaurierung wurde das Objekt restauriert und in den metallischen Werkstoffen untersucht.  Als drittes Highlight ist die Präsentation einer neuen Technologie zum Sichern besonders empfindlicher Fahnen zu nennen. Über den Zeitraum der Museumsnacht wird der Leiter der Restaurierungswerkstatt und weitere Fachrestauratoren für Fragen rund um die Erhaltung von militärhistorischem Kulturgut zur Verfügung stehen.


KLEINE SONDERSCHAU: Kinder, Kochen, Dienstvorschriften
Kleinode und Kurioses in der Präsenzbibliothek
Treffpunkt: Foyer
Zur Museumsnacht lassen die Bibliothekarinnen hinter die Kulissen blicken. In einer kleinen Ausstellung werden Kleinode und Kurioses aus dem Archiv vereint: eine Auswahl aus der Kadettenbibliothek der NVA, Feldpostbücher, außergewöhnliche Dienstvorschriften, militärische Kinder- und Kochbücher. Kurzum: Ein bibliothekarisches Potpourri wird in den Räumen der Präsenzbibliothek zu sehen sein.


LATE NIGHT MOVIE: Pornographie und Holocaust
/ Israel 2008 Ari Libsker, OmU, 63 Min
Wo: Auditorium im 2. OG
Late Night Movie – Zugang ab 16 Jahren

Als der Eichmann-Prozess Anfang der 1960er Jahre die Grausamkeit der nationalsozialistischen Vernichtungsbürokratie an die Öffentlichkeit bringt, gewinnen zur gleichen Zeit die „Stalag“-Hefte mit ihren sadomasochistischen Fantasien um männliche Kriegsgefangene und weibliche Nazioffiziere in Israel an Popularität. Für einige sind die Groschenromane vulgärer Schund. Andere hingegen betrachten sie als Befreiungsschlag. In seinem Dokumentarfilm belichtet Ari Libsker dieses Kapitel der israelischen Erinnerungskultur, in dem die Gier nach Schrecklichem, pornographische Ermächtigungsfantasien und Unterdrückungsszenarien als Möglichkeiten erscheinen, um über das Grauen der Lager zu sprechen, über das sich nur schwer reden ließ. 
 



Zutritt nur mit Eintrittskarten zur Museumsnacht Dresden 2018.
Eintrittskarten zur Museumsnacht berechtigen zum Eintritt in alle teilnehmenden Häuser von 18 –1 Uhr.

Einzelkarte 13 Euro / Ermäßigungsberechtigte 9 Euro / Familienkarte für zwei Erwachsene und bis zu vier Kinder unter 14 Jahren 28 Euro / Kinder unter 6 Jahre frei!