Architektur

Daniel Libeskind ist prägend für die Architekturgeschichte des 21. Jahrhunderts. Mit seinem Entwurf für den Neubau des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr kann die deutsche Museumslandschaft auf einen weiteren symbolträchtigen Bau schauen, den der Architekt selbst als bislang reinsten Libeskindbau bezeichnet. Der Dresdner Keil reiht sich in eine Reihe weltbekannter Libeskindmuseen, wie dem Jüdischen Museum Berlin oder dem Imperial War Museum Manchester, ein.

Architektonische Gestaltung

Der keilförmige, asymmetrische Neubau durchdringt den massiven, klassisch gegliederten Altbau. Eine transparente Fassade aus Metalllamellen überlagert den historischen Baukörper. Der Neubau stellt einen Einschnitt, eine Störung in das Gebäude dar und verändert nicht nur die äußere Gestalt, sondern auch das innere Raumgefüge grundlegend. Seine Räume folgen ihrer Funktion und stehen in klarem Kontrast zu dem starren, horizontal ausgerichteten Säulenraster des Altbaus. Immer wieder durchbricht der Neubau den Altbau und eröffnet dem Besucher auf allen Ebenen überraschende, räumliche Verschränkungen und Ausblicke. Mit insgesamt 20.000 m² Ausstellungsfläche wird das MHM zum größten Museum in Deutschland.



Themenparcour "Krieg und Spiel". MHM/David Brandt



Innenansicht Museum David Brandt Architektur
Innenansicht. MHM/David Brandt

 

Symbolik

Gleichzeitig ist der Libeskindbau schon als erstes und größtes Exponat des neuen Museums zu verstehen. Er selbst wird zum Gewaltinstrument, das das Arsenal zerschneidet. Der Keil als Symbol organisierter Gewalt. Er bricht mit alten, autoritären, starren Strukturen und steht in seiner Transparenz für die Offenheit der demokratischen Gesellschaft und die veränderte Rolle des Militärs in Deutschland.


Der Dresden Blick

Dreißig Meter hoch und damit acht Meter mehr als die säulenverzierte Triumphbogenfront des Mittelflügels, eröffnet der Neubau aus der Spitze des Keils einen spektakulären und neuen Blick auf Dresden. Auch hier liegt Symbolik im Entwurf. Die Spitze des Keils verweist auf die Stelle an der in der Nacht vom 13. Februar 1945 die ersten Bomben der Alliierten Luftangriffe einschlugen. Der Besucher wird auf die schwierige Geschichte der Stadt verwiesen und sieht gleichzeitig mit neuer Perspektive auf ein sich stetig entwickelndes Dresden.


Dresden Blick
Dresden Blick. MHM/David Brandt