Medaille von Heinz Drossel „Gerechter unter den Völkern“

Vor 75 Jahren – am 27. Februar 1943 – bildete sich vor einem Haus der jüdischen Gemeinde in der Berliner Rosenstraße eine Menschentraube, die über Tage hinweg gegen die Deportation tausender jüdischer Menschen in das nationalsozialistische Lagersystem protestierte. Diese Aktion gehörte zu den wenigen, in denen sich auch Deutsche gegen die nationalsozialistische Vernichtungspolitik wandten. Unter ihnen befanden sich auch zahlreiche Frauen. Einige, wie Berlinerin Marie Grünberg, leisteten Unterstützung über den Protest hinaus, boten jüdischen Mitmenschen Verstecke und retteten dadurch Leben. Grünberg wurde dafür mit dem Titel „Gerechte unter den Völkern“ geehrt.

Dieser Ehrentitel wurde nach dem Krieg in Israel eingeführt. Die Auszeichnung erhielten jene, die jüdischen Menschen während des Holocausts geholfen hatten. Die meiste Hilfe leisteten Polen (über 6.000), Niederländer (über 5.000) und Franzosen (fast 4.000). Unter ihnen befinden sich auch über 550 Deutsche.

In der Dauerausstellung des Militärhistorischen Museums werden diese deutschen Helfer im Militär thematisiert.

Einer von ihnen war Heinz Drossel (1916-2008). Zusammen mit seinen Eltern half der Offizier der Wehrmacht 1945 einer jüdischen Familie sich vor den nationalsozialistischen Schergen zu verstecken. Bereits 1942 konnte er die junge jüdische Mutter Marianne Hirschfeld vom Selbstmord abhalten. Anschließend half er ihr unterzutauchen. Nach dem Krieg heirateten sie. Für seine Taten wurden Heinz Drossel und seine Eltern 1999 in Israel mit der Auszeichnung "Gerechter unter den Völkern" geehrt. In der Dauerausstellung des Militärhistorischen Museums befinden sich seine Medaille "Gerechter unter den Völkern", sein Bundesverdienstkreuz und einige Schriftstücke. Besichtigt werden können sie im Bereich "Militärischer Widerstand".