Veranstaltungsachiv

Der Unbequeme. Eine »Zeitreise« mit Stefan Aust

Der Journalist Stefan Aust (Die Welt) im Gespräch zu seiner Autobiografie »Zeitreise« mit Marcus Thielking (Leiter Feuilleton, Sächsische Zeitung).

Aufzeichnung der Veranstaltung vom 3. Juni 2021.

Bequemlichkeit ist seine Sache nicht. Während andere mit 74 Jahren ihren Ruhestand genießen, bleibt Stefan Aust umtriebig und, wie eh und je, unbequem. Egal, wo er während seiner journalistischen Laufbahn gewirkt hat, sei es bei der linken Studentenzeitschrift »Konkret« oder als Chefredakteur der tendenziell konservativen Tageszeitung »Die Welt«, Aust legte immer den Finger in die Wunde. Seine Berichterstattung beim politischen Fernsehmagazin »Panorama« machte ihn in den 70er und 80er Jahren berüchtigt, Spiegel TV ließ ihn später berühmt, wenn nicht gar zur Ikone des kritischen Journalismus werden. Das Fundament legten aber seine Publikationen, insbesondere sein Buch »Der Baader-Meinhof-Komplex«, das als Standardwerk über den frühen RAF-Terrorismus gilt. Später nahm er in »Heimatschutz« die Verwicklungen von NSU und Verfassungsschutz ins Visier. Weder vor Linken noch Rechten und auch nicht vor der Staatsgewalt kuschte er, selbst dann nicht, wenn ihm Steine in den Weg gelegt wurden. In seiner Autobiografie »Zeitreise« schaut Aust deshalb nicht nur auf sein Leben zurück, sondern erzählt zugleich eine Geschichte der deutschen Bundesrepublik.


»Unternehmen Barbarossa«. Alte Mythen, neue Perspektiven

Podiumsdiskussion mit der Historikerin Dr. Kristiane Janeke (wissenschaftliche Leitung, MHM) und den Historikern Prof. Jörg Baberowski (Berlin) und Dr. Roman Töppel (München); Moderation: Alfred Eichhorn (Journalist, Berlin)

Aufzeichnung der Veranstaltung vom 21. Juni 2021.

Vor 80 Jahren, am 22. Juni 1941, begann unter dem Decknamen »Unternehmen Barbarossa« der Überfall der Wehrmacht auf die Sowjetunion. Über 27 Millionen Menschen fielen dem folgenden Vernichtungskrieg zum Opfer. Bis heute existieren Mythen von heldenhaften sowjetischen Verteidigern und genialen deutschen Generälen, am Leben erhalten in politischer Absicht und glorifizierender Erinnerung, aber auch hinterfragt und widerlegt durch neue Forschungsergebnisse. Zum 80. Jahrestag des deutschen Angriffs nimmt das MHM neue Perspektiven auf überholte Gewissheiten und unbekannte Aspekte des Deutsch-Sowjetischen Krieges in den Blick.


Am Nullpunkt der Zivilisation. Moderierte Lesung von Zeugnissen nationalsozialistischer Verbrechen

Anlässlich der Sonderausstellung »KZ überlebt« lesen Ensemblemitglieder des Dresdner Staatsschausspiels aus Zeugnissen vor, die das Leben unter nationalsozialistischer Verfolgung und Gefangenschaft schildern.

Aufzeichnung der Veranstaltung vom 5. Juli 2021.

Unvorstellbare Unmenschlichkeit offenbaren die Zeugnisse der wenigen Überlebenden der nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslager. Manche dieser Dokumente entstanden unter Lebensgefahr noch während der Gefangenschaft, einige kurz nach der Befreiung und wieder andere als Rückblick auf das eigene Schicksal. Sie alle führen zum Nullpunkt der Zivilisation. Moderiert vom Projektleiter Gedenkstättenportal der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Adam Kerpel-Fronius, lesen die Schauspielerin Nadja Stübiger und der Schauspieler Torsten Ranft eine Auswahl dieser Zeugnisse vor. Sie alle eint, eine Mahnung für die Zukunft zu sein und an die Millionen Menschen zu erinnern, die aufgrund der nationalsozialistischen Verbrechen kein Zeugnis mehr ablegen können.

Die Texte stammen aus den Büchern der folgenden Autorinnen und Autoren:

01:57 David Rousset: Das KZ-Universum, Berlin: Jüdischer Verlag 2020, S. 100.
03:12 Reinhard Florian: Ich wollte nach Hause, nach Ostpreussen! Das Überleben eines deutschen Sinto, hrsg. v. Jana Mechelhoff und Uwe Neumärker, Berlin: Stiftung Denkmal für die Ermordeten Juden Europas 2012, S. 38.
11:53 Carl Laszlo: Ferien am Waldsee. Erinnerungen eines Überlebenden, hrsg. u. mit einem Nachwort von Albert C. Eibl, Wien: Das vergessene Buch 2020, S. 23-29.
21:51 Severina Szmaglevska: Die Frauen von Birkenau, mit einem Nachwort von Marta Kijowska, Frankfurt am Main: Schöffling & Co 2020, S. 15-21.
37:41 Reinhard Florian: Ich wollte nach Hause, nach Ostpreussen!, S. 40-41.
41:45 Zilli Schmidt: Gott hat mit mir etwas vorgehabt. Erinnerungen einer deutschen Sinteza, hrsg. v. Jana Mechelhoff und Uwe Neumärker, Berlin: Stiftung Denkmal für die Ermordeten Juden Europas 2020, S. 46.
47:53 Salmen Gradowski: Die Zertrennung. Aufzeichnungen eines Mitglieds des Sonderkommandos, hrsg. v. Aurélia Kalisky, Berlin: Jüdischer Verlag 2019, S. 213-217.
55:29 Reinhard Florian: Ich wollte nach Hause, nach Ostpreussen!, S. 45-46.
1:00:25 Carl Laszlo: Ferien am Waldsee, S. 117-127.
1:13:50 Zilli Schmidt: Gott hat mit mir etwas vorgehabt, S. 56-57.
1:17:15 Zilli Schmidt: Gott hat mit mir etwas vorgehabt, S. 91-93.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas.

Adresse / Anfahrt

Olbrichtplatz 2 01099 Dresden

Öffnungszeiten

täglich: 10-18 Uhr Mittwoch geschlossen

mhmeingang@bundeswehr.org