Zur Eröffnung der Sonderausstellung »Wunderwaffen. Propaganda und Kriegstechnik im Nationalsozialismus« geht der österreichische Militäranalytiker Dr. Gustav Gressel der Aktualität des Wunderwaffenbegriffes nach und zeigt, dass bei neuesten Waffensystemen nicht nur technische Fakten, sondern auch ihre diskursive Einbettung von Bedeutung sind.
Kriegstechnik dient seit Jahrhunderten nicht nur dem Kampf, sondern auch der Propaganda. Im 20. Jahrhundert verstärkten neue Technologien die Symbiose von Medien und Militär. Die Inszenierung der modernsten Kriegstechnik gewann an Bedeutung und führte dazu, dass aus der Zeit des Nationalsozialismus insbesondere die Vergeltungswaffen V 1 und V 2 bis heute äußerst bekannt sind. Auch deshalb, weil sie durch die NS-Propaganda als sogenannte Wunderwaffen Berühmtheit erlangten.
Die Ausstellung im Militärhistorischen Museum zeigt, dass hinter dem propagandistischen Versprechen nach Wundern ein massiver, ideologisch motivierter Manipulationsprozess der öffentlichen Wahrnehmung lag. Bis in die Gegenwart hinein lebt er einerseits in Verschwörungstheorien und Technikmythen wie der »Reichsflugscheibe« fort, die einen festen Platz am Himmel der Popkultur gefunden hat.
Andererseits besitzt auch heute noch die Propaganda um Waffen eine große Bedeutung, wie der russische Angriffskrieg auf die Ukraine belegt. Die breite Verwendung des Begriffs »Wunderwaffen« in verschiedensten Kontexten dieses Krieges zeigt, dass die nationalsozialistische Propaganda bis heute Wirkung entfaltet.
Eintritt frei
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Headerbild: Modell eines sogenannten Schriever'schen Flugkreisels, von dem der selbsternannte Ingenieur Rudolf Schriever in den 1950er Jahren behauptete, ihn gegen Ende des Zweiten Weltkrieges zur Einsatzreife gebracht zu haben. © MHM / Andrea Ulke